Erstes TV-Interview mit 16 TVA, ein Aufnahmestudio in Regensburg.

Zwei Kameras, ein Moderator, fünfzehn Minuten Sendezeit. Wie sich das erste TV-Interview als Sechzehnjähriger anfühlt — und was ich daraus für jede Bühne gelernt habe.

Ich bin sechzehn. Geboren 2008. Drei Tage vorher kam die Anfrage vom TVA-Regionalsender: ob ich für ein Interview Zeit hätte, Donnerstagnachmittag, Aufnahmestudio in Regensburg. Antwort: ja, natürlich.

Was ich nicht wusste: dass dieser Donnerstagnachmittag der Tag war, an dem mir zum ersten Mal klar wurde, dass eine Kamera ein anderes Tier ist als ein Saal voller Menschen.

Was vor der Aufnahme passierte

Studio-Setting: zwei Kameras, ein Sessel, Moderator gegenüber, ein kleiner Tisch zwischen uns für eine Live-Demonstration. Tonkontrolle. Lichteinstellung. Make-up, weil das Studio-Licht so kalt ist, dass man ohne aussieht wie ein Ferienlager-Foto.

Zwei Minuten vor der Aufnahme war ich kurz nervös. Nicht wegen der Fragen — die hatten wir vorab abgesprochen. Sondern wegen der Stille zwischen Frage und Antwort. Im Saal kann man die Stille füllen mit Bewegung. Im Studio nicht. Da wird sie zur Sendezeit.

Die fünfzehn Minuten

Drei Themenblöcke: Werdegang, Talents-of-Magic, Pläne für 2025. Dazwischen eine Live-Routine — eine kleine Kartensequenz, die ich seit Jahren mache und die kameratauglich ist. Sie funktionierte. Der Moderator war ehrlich überrascht, die Kameraführung zoomte rechtzeitig — es lief.

Im Saal gewinnst du das Publikum durch Energie. Im Studio gewinnst du es durch Ruhe.

Was ich danach mitnahm

  • Eine Kamera braucht weniger Gestik als ein Saal — die Hälfte reicht.
  • Pausen sind im Fernsehen länger erlaubt als gefühlt — drei Sekunden Stille sind sieben Sekunden Spannung.
  • Vorher absprechen, was Live-Trick und was Gespräch ist — niemand will Improvisations-Magie vor zwei Kameras.
  • Studio-Make-up gehört dazu, auch wenn es sich anfangs falsch anfühlt.

Erkenntnis.

Jede Bühne hat ihre eigene Lautstärke. Wer nicht hinhört, spielt zu groß oder zu klein. TV war meine erste Lektion in dieser Lautstärke-Frage.

Das Interview lief im Spätprogramm. Meine Mutter hat es zweimal angesehen. Mein Vater hat es weitergeschickt. Und ich habe verstanden, dass das nicht der Höhepunkt war — sondern der Anfang einer anderen Art, mit Bühne umzugehen.

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